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4. Gerald Stourzh-Vorlesung zur Geschichte der Menschenrechte und der Demokratie

Barbara Stollberg-Rilinger
Rituale des Konsenses?
Ständische Partizipation im frühneuzeitlichen Europa

9. Mai 2012

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Barbara Stollberg-Rilinger ist Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit und Sprecherin des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Trägerin des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Vorstandsmitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Zahlreiche weitere Ehrungen und Mitgliedschaften.

Wichtigste Veröffentlichungen: Der Staat als Maschine. Zur politischen Metaphorik des absoluten Fürstenstaats (Historische Forschungen, Bd. 30, Berlin 1986). Vormünder des Volkes? Konzepte landständischer Repräsentation in der Spätphase des Alten Reiches (Historische Forschungen, Bd. 64, Berlin 1999). Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation vom Spätmittelalter bis 1806 (München 2006, 4. Auflage 2009). Des Kaisers alte Kleider. Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches (München 2008). (Hg.) Was heißt Kulturgeschichte des Politischen? (Zeitschrift für Historische Forschung, Beiheft 35, Berlin 2005).

Homepage von Barbara Stollberg-Rilinger

Abstract

"Symbolische Politik" ist heute ein Schimpfwort. Mit dem Selbstverständnis moderner parlamentarischer Demokratien ist es als schwer vereinbar, Parlamentssitzungen als rituelle Inszenierungen zu bezeichnen. Rituale gelten vielmehr als vormoderne und vordemokratische Angelegenheit: Man denkt an Krönungsmessen oder Huldigungsfeiern, aber nicht an Beratungs- und Entscheidungsversammlungen. Der Vortrag vertritt hingegen die These, dass sowohl moderne Parlamente als auch vormoderne Ständeversammlungen immer auch eine symbolisch-rituelle Dimension haben. Dennoch unterscheiden sie sich in signifikanter Weise voneinander. Idealtypisch lassen sich die Ständetage der Frühen Neuzeit als Rituale des Konsenses beschreiben, die – anders als moderne Parlamente – wenig Raum für institutionalisierte Konfliktaustragung boten.

Thomas Angerer
Birgitta Bader-Zaar
Margarete Grandner

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